Lea Lissy Lois

Rückblick auf ein Jahr das in Erinnerung bleibt

Der erste Schnee ist gefallen und am Adventkranz brennt bereits die erste Kerze. Es ist also wieder Zeit das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Noch dazu bei einem Jahr wie 2021. Dieses wird uns sicher in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen Lockdown und ähnlichen Einschränkungen, dazu aber später noch.

Ein ruhiger Jahresanfang

Das neue Jahr begann wieder mal ruhig, waren wir ja alle angehalten unsere Kontakte zu beschränken und zu Hause zu bleiben. Auch ohne diesen Maßnahmen ist es bei uns am Berg ruhig. Man trifft im Winter nur auf wenige Wanderer hier heroben.

Lissy beim schneiden

Unsereins nutzte die Zeit, um die Weingärten für die neue Saison vorzubereiten. Ein guter Rebschnitt ist die Grundsteinlegung des neuen Jahrgangs. Durch den Rückschnitt wird einerseits der Ertrag reguliert andererseits für eine gute Verteilung der neuen Triebe gesorgt, damit die Laubwand im Sommer schön locker ist. Nach dem Rebschnitt kümmerten wir uns so wie jedes Jahr um das Unterstützungsgerüst und erneuerten es, so es notwendig war, um danach die Reben anbinden zu können.

Zeitgleich reiften im Keller die neuen Weine heran und bedurften einer umsichtigen Pflege. Sie zeigten sich bereits sehr schon duftig und fruchtig, mit etwas mehr Säure als in der vergangenen Jahren. Wie sie sich weiter entwickelt haben werden die meisten von euch hoffentlich bereits gekostet haben. 😉

Schnee im Winter hatten wir leider wenig, einmal reichte es für Lea zum Bob fahren. Auch für eine richtige „Winterfeuchte“, wie der Winzer und Landwirt so schön sagt, reichte es bei weitem nicht. Zumindest einige richtig kalte Tage gab es. Diese reduzierten den Druck von Schädlingen im Frühjahr erheblich.

Im Frühling kam es wieder anders

Zuerst sah es nach einem sehr frühem Jahr aus, stiegen doch die Temperaturen rasch an. Glücklicherweise wurde es wieder deutlich kühler und der Austrieb der Weinreben verzögerte sich. Ein zu früher Austrieb sorgt für so manche schlaflose Nacht der Winzerfamilie, steigt doch dadurch die Gefahr von Spätfrösten enorm.

Rebstock

Trocken war es immer noch, Regen war auch im Frühjahr eine Ausnahmeerscheinung. Wir dachten uns, spätestens ab 23. April wird es schon regnen, sperren wir da ja den Heurigen wieder auf. Falsch gedacht, der Lockdown verzögerte den das Aufsperren wie schon im Jahr davor. Fast 1 Monat später am 19. Mai konnten wir endlich für unsere Gäste wieder öffnen.

Relativ kühl war der April und Mai, zumindest etwas Regen erlöste die Weinstöcke und half ihnen bei der Entwicklung. So kühl es im Mai auch war, im Juni stiegen die Temperaturen rasant und so schmolzen unsere Gäste auf der Heurigen Terrasse in der letzten Heurigenwoche förmlich dahin.

Der Temperaturanstieg wirkte sich als richtiger Booster auf die Weinreben aus. Das Rebwachstum explodierte förmlich. So ruhig es anfangs im Weingarten dahin ging, so stressig wurde es nun.

Die Reben wollten in den Drahtrahmen gestrickt werden und die überzähligen Triebe mussten entfernt werden damit die Laubwand locker und luftig ist. Eine gute Laubarbeit ist die wichtigste Pflanzenschutzmaßnahme.

Ein kurzer Sommer mit überraschend viel Niederschlag

Und diese machte sich im Sommer bezahlt. Rechneten wir doch gar nicht mehr damit das wir doch noch ausreichend Niederschlag bekommen. Für den Sommer ungewöhnlich hohe Niederschlagsmengen entspannten die Lage in den Weingärten enorm. Die Tröpferlbewässerungen brauchten wir im Sommer nicht mehr. Die Weinstöcke gedeihten wunderbar, ebenso wuchs das Gras zügig und so verbrachten wir einige Zeit mit der Motorsense in den Weingärten, um es niedrig zu halten. Der Sommer verging damit schneller als gewohnt und es blieb nur wenig Zeit für einen kurzen Urlaub in der Südsteiermark, auf einem Weingut versteht sich ja von selbst.

Den Heurigen Mitte August sperrten wir pünktlich nach Plan auf. An gewisse Maßnahmen und Einschränkungen haben wir uns ja schon gewöhnt. Hier muss ich auch festhalten, dass ich mich für die überaus hohe Disziplin der Gäste bedanken muss, nur ein zweimal kam es zu Diskussionen, ob es den wirklich notwendig sei ein Zertifikat vorzuweisen.

Die Familie wird größer

Baybygewand Erinnerung

Lissy konnte nicht mehr wie gewohnt unsere Gäste bewirten und betreuen. War sie doch zu dieser Zeit schon hochschwanger. Unsere Tochter Laura erblickte am 2. September das Licht der Welt. Ein paar Tage später schnupperte sie schon die erste Heurigenluft und bezirzte die Gäste. Lea war hellauf begeistert endlich eine kleine Schwester bekommen zu haben und täte am liebsten die ganze Zeit mit ihr kuscheln. Natürlich Ist auch der Rest der Familie hellauf begeistert vom neuen Erdenbürger.

Eine Lese wie im Bilderbuch

Sonnenaufgang am Kaiserberg

Etwa um die Zeit wie letztes Jahr starte die heurige Ernte. Zu unserer Freude, denn Heurigen, Lese und die kleine Laura hätten unweigerlich zu einem hohen Stresslevel gesorgt. So aber konnten wir relativ entspannt mit der Lese beginnen. Anfänglich noch an einzelne Tagen mit der Durchlese beschäftigt ging es dank des außerordentlich warmen und vor allem trockenen Herbstes bald Schlag auf Schlag.

Nur zweimal mussten wir wegen Regens die Ernte pausieren. Die Trauben selbst waren heuer von besonders guter Qualität, so wenig Probleme mit Botrytis und anderen unerwünschten Fäulniserregern hatten wir schon lange nicht. Da machte das Lesen der Trauben so richtig Spaß, musste man doch nur in den seltensten Fällen die Trauben Ausputzen bevor sie in den Lesekübel kamen. Ende Oktober konnten wir die Ernte erfolgreich abschließen.

Mit dem, was wir in den Keller gebracht haben, sind wir hochzufrieden. Noch zeigen sich die Weine natürlich ungestüm, die letzten Rieslinge sind ja gerade auch erst mit der Gärung fertig geworden. Ein wenig Zeit werden wir ihnen schon noch gönnen, bevor der neue Jahrgang in die Flasche kommt. Es erwarten uns aber auf alle Fälle wieder Weine mit einer sehr schönen Frucht und einer trink animierender Säure. Auch ein wenig kräftiger als im letzten Jahr werden sie wieder sein. Seid gespannt auf den hoffentlich wieder stattfindenden Weinfrühling, spätestens da gibt es dann den neuen Jahrgang zum Kosten und genießen.


So, etwas lang ist mein Rückblick schon geworden, ich hoffe dennoch das er kurzweilig zum Lesen war und euch ein wenig Einblick in das Jahr der Winzerfamilie gegeben hat.


In diesem Sinne wünschen wir euch eine besinnliche Adventzeit und ein schönes restliches Jahr. Noch ist es ja noch nicht vorbei, schauen wir was es noch alles bringt.

6 Kommentare zu “Rückblick auf ein Jahr das in Erinnerung bleibt

  1. Es ist alles super schön, bin froh, dass ich seit kurzem in Krems wohne …..
    Dein Schreiben ist wirklich sehr schön und mit viel Arbeit verfasst!!!!
    Ich freu mich schon, wenn ihr wieder offen habt!
    Eine schöne Adventzeit und viel
    Spaß mit den Kindern !!!
    Seid herzlichst gegrüßt
    Brigitte

  2. Hallo ihr lieben Danke daß ich heuer wieder bei der Weinlese mit machen durfte hat viel Spaß gemacht auch wenn ich nicht die volle Zeit gearbeitet habe wenn alles gut geht dann würde ich im nächsten Jahr wieder mithelfen wünsche euch noch schöne Feiertage und kommt gut ins neue Jahr und gesund bleiben LG Karin

  3. Ihr Lieben!! Was für ein Jahr , sehr interessant und lebendig geschrieben 🙏Bravo 👍
    Ich wünsche euch von Herzen alles gute 🍀 Gesundheit und vor allem eine wunderschöne Adventszeit 🎄🎄
    Liebe Grüße 🖖
    Andrea und Hans Hirtzberger-Liehl

  4. Hej ihr 4
    Schön geschrieben und einfach eine ganz normale Familie (Winzerfamilie)
    Das hat sicherlich auch gezeigt, wie toll ihr zusammenhaltet auch wenns mal schwer ist….. Bussi an deine 3 Mädels

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